Dritter britischer Fall von vCJD nach Bluttransfusion

In Grossbritannien ist der dritte Patient an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (vCJD) verstorben, der nicht-Leukozytendepletierte Bluttransfusionen von später an vCJD verkrankten Blutspendern erhielt. Dies ist zugleich der 1. derartige Fall, bei dem die Diagnose der Erkrankung bereits vor dem Tod gestellt werden konnte.

Zwischen der Transfusion und dem Ausbruch der Erkrankung beim Spender lag eine kurze Inkubationszeit von nur 20 Monaten. Die ersten Symptome einer vCJD beim Empfänger zeigten sich wie in einem der ersten beiden Fälle etwa 6 Jahre nach der vermutlich infektiösen Transfusion. Offenbar lassen sich Prionen - wie andere Krankheisterreger auch - leichter parenteral als enteral übertragen. Die Forscher sprechen sich als Diagnoseinstrument für eine Tonsillenbiopsie aus, bei der der Prionen-Nachweis oft früher gestellt werden könne als mittels MRT.
TheLancet.de, 8.12.2006 (deutsch) bzw. Lancet (368):2061-2067